- 4.8 Gesamtrang basierend auf 386+ Bewertungen
- Voraussetzungen: Windows, macOS, Linux, Android und Raspberry Pi.
- 11.59MB Größe.
- Version 7.0.15580. (der 11. Feb, 2026).
- Preise ab $39 pro Monat, jährliche Abrechnung
Eine der größten Einschränkungen von Hyper-V ist die fehlende native Unterstützung für USB-Passthrough. Dadurch kann es schwierig sein, virtuelle Maschinen (VMs) mit USB-Geräten wie Speicherlaufwerken, Druckern oder Sicherheitsdongles für Aufgaben wie Softwarelizenzierung oder Datentransfer zu verbinden. Standardmäßig stellt Hyper-V diese Funktion nicht bereit.
In diesem Artikel werden mehrere Methoden zur Aktivierung von USB-Passthrough für Hyper-V-VMs vorgestellt. Dazu gehören das Remote Desktop Protocol (RDP), Discrete Device Assignment (DDA), der physische Datenträger-Passthrough sowie der Erweiterte Sitzungsmodus (ESM). Jede Methode bietet unterschiedliche Funktionen, um verschiedene Einsatzszenarien abzudecken.
Anschließend stellen wir FlexiHub vor – eine einfache und umfassende Lösung zur Umsetzung von Hyper-V USB-Passthrough mit minimalem Konfigurationsaufwand.
Am besten geeignet für: Die tägliche Remote-Administration, nachdem RDP auf der VM aktiviert wurde – z. B. für Dateitransfers sowie die Verwaltung von Druckern, Webcams und anderen USB-Geräten.
Mit dem Remote Desktop Protocol (RDP) lassen sich lokale Ressourcen auf eine netzwerkverbundene Windows-VM umleiten. RDP unterstützt eine geräteklassenbasierte High-Level-Umleitung, etwa für Kameras oder Mikrofone. Zusätzlich ist eine Low-Level-Umleitung für Geräte möglich, die In-Session-Laufwerke oder das rohe USB-Protokoll über URBs benötigen.
Microsoft empfiehlt, nach Möglichkeit die High-Level-USB-Umleitung zu verwenden. Die Low-Level-Umleitung funktioniert ausschließlich mit lokalen Windows-Geräten und erfordert eine Verbindung mit geringer Latenz für optimale Leistung. Die Steuerung erfolgt über die RDP-Eigenschaft usbdevicestoredirect sowie Gruppenrichtlinien.
RDP ermöglicht einen schnellen Zugriff auf Dateien und Peripheriegeräte von netzwerkverbundenen VMs. Die High-Level-Umleitung sorgt für eine optimale Performance und ein besseres Benutzererlebnis, insbesondere bei Geräten wie Webcams. Die Low-Level-Umleitung sollte nur für Geräte eingesetzt werden, die spezielle Treiber benötigen. Administratoren können über usbdevicestoredirect festlegen, welche Geräteklassen umgeleitet werden dürfen, und dies zentral per Sicherheitsrichtlinie erlauben oder verbieten.
Vorteile:
Nachteile:
Voraussetzungen:
• RDP muss auf der VM aktiviert sein und die Umleitung durch die Firewall erlaubt werden.
• Die Gruppenrichtlinie muss so angepasst werden, dass die Umleitung für „andere unterstützte RemoteFX-USB-Geräte“ und entsprechende Geräteklassen zulässig ist.
A. Nutzung der App „Remotedesktopverbindung“
B. Low-Level-USB-Umleitung aktivieren (optional)
☝ Hinweise
• Verwenden Sie nach Möglichkeit die High-Level-Umleitung für Kameras, Drucker, Laufwerke und Audiogeräte.
• Eine feingranulare Gerätesteuerung ist über Klassen-GUIDs oder Instanz-IDs mit usbdevicestoredirect möglich.
Am besten geeignet für: Ersteinrichtung des Betriebssystems, Test- und Entwicklungsumgebungen, lokale Host-Bediener sowie Situationen ohne verfügbares Netzwerk-RDP.
Der Erweiterte Sitzungsmodus (ESM) ist eine in VMConnect integrierte RDP-Funktion, die keine Netzwerkverbindung des Gasts erfordert. Über einen Verbindungsdialog lassen sich lokale Ressourcen freigeben. Nach der Aktivierung können Drucker, Laufwerke, Audiogeräte und Smartcards an unterstützte Windows-Gast-VMs umgeleitet werden. ESM verbessert die Benutzererfahrung durch Funktionen wie gemeinsame Zwischenablage, HiDPI-Unterstützung und flexible Fenstergrößen. Unterstützt werden ausschließlich Windows-Gäste.
Hauptzweck
Diese Lösung stellt eine „lokale Konsole“ bereit, wenn die VM keine Netzwerkverbindung oder IP-Adresse hat – etwa beim ersten Start oder während der Systemwiederherstellung. Sie bietet dieselben Umleitungsfunktionen wie mstsc, vermeidet jedoch die Netzwerkexponierung von RDP und hält Administrationsaufgaben direkt auf dem Hyper-V-Host.
Vorteile:
Nachteile:
Systemanforderungen
Voraussetzungen: Aktivieren Sie den erweiterten Sitzungsmodus (ESM) auf dem Host und schalten Sie Remotedesktop im Gastbetriebssystem ein. Bei neueren Windows-Versionen deaktivieren Sie vor der ersten ESM-Anmeldung die Option „Windows Hello-Anmeldung für Microsoft-Konten erforderlich“, starten anschließend beide Systeme neu und melden sich danach ab.
A. Hyper-V-Manager (Host & VM)
B. Verwendung von PowerShell (Host)
☝ Hinweise für Nutzer
Wenn lediglich eine „Basissitzung“ verfügbar ist, prüfen Sie, ob Remotedesktop in der Gast-VM aktiviert wurde und ob der erweiterte Sitzungsmodus auf dem Host zugelassen ist.
Am besten geeignet für: Datenmigration und -wiederherstellung ohne VHDX sowie das schnelle Einbinden eines USB-Datenträgers in eine VM.
Bei dieser Methode wird ein USB-Laufwerk, das auf dem Host offline geschaltet wurde, direkt als physische Festplatte mit der VM verbunden. Diese Technik ist ausschließlich für Speicherzwecke vorgesehen, da die VM den Datenträger als rohes Blockgerät erkennt. Sie bietet eine einfache Möglichkeit, Laufwerke anzubinden, und ist besonders hilfreich für Wiederherstellungs- oder Testszenarien. In der Praxis greifen Nutzer meist auf VHDX zurück, es sei denn, der direkte Zugriff auf den Rohdatenträger ist aufgrund funktionaler Einschränkungen erforderlich.
Hauptzweck
Der physische Datenträger-Passthrough dient in erster Linie dazu, einer VM exklusiven und direkten Zugriff auf einen Rohdatenträger zu ermöglichen, ohne Ressourcenkonflikte mit dem Host.
Vorteile:
Nachteile:
Systemanforderungen
Voraussetzungen: Überprüfen Sie auf dem Host mithilfe der Datenträgerverwaltung den Ziel-Datenträger und schalten Sie ihn offline.
A. Verwendung des Hyper-V-Managers (Host und VM)
B. Verwendung von PowerShell (Host)
(Siehe Beispiele zum Anhängen per -DiskNumber)
☝ Hinweis für Nutzer
Passthrough-Datenträger können Backup- und Checkpoint-Workflows beeinträchtigen und lassen sich nicht wie VHDX-Dateien exportieren oder migrieren.
Am besten geeignet für:
• Host-Server mit einem freien zusätzlichen USB-Controller;
• Nutzer, die auf native Treiber, zeitkritische oder proprietäre Peripheriegeräte zugreifen müssen.
DDA ermöglicht einer Gast-VM den direkten Besitz und die Treiberkontrolle über ein physisches PCIe-Gerät. Bei USB-Geräten wird dabei der komplette USB-Controller an die VM durchgereicht, nicht einzelne Ports. Das Gerät wird vom Host getrennt und der VM mit nahezu nativer Leistung und Kompatibilität zur Verfügung gestellt.
Diese Technik bringt Einschränkungen für die VM mit sich, etwa bei Live-Migration, Speichern/Wiederherstellen des VM-Zustands und dynamischem Arbeitsspeicher, solange das Gerät zugewiesen ist. DDA wird nicht von allen Controllern oder Geräten unterstützt und erfordert passende Hardware- sowie Firmware-Unterstützung. Das Microsoft-Tool SurveyDDA erleichtert das Trennen und Zuweisen von Geräten anhand des PCI-Location-Pfads.
Hauptzweck
DDA ermöglicht ein nahezu echtes USB-Passthrough, indem ein PCIe-USB-Controller exklusiv einer virtuellen Maschine zugewiesen wird. Dadurch sind Low-Level-Zugriffe und herstellerspezifische Treiber möglich. Diese Methode ist eine sinnvolle Alternative, wenn die USB-Umleitung per RDP die Protokoll- oder Treiberanforderungen des Geräts nicht erfüllt.
Vorteile:
Nachteile:
Systemanforderungen
A. Informationen sammeln und Umgebung vorbereiten (Host-GUI + Anforderungen)
B. Zuweisung des Controllers per PowerShell (VM ausgeschaltet)
☝ Hinweis für Nutzer
DDA funktioniert nicht mit allen Controllern und Geräten. Prüfen Sie die Kompatibilität mit dem Microsoft-DDA-Skript oder anhand der Herstellerangaben.
FlexiHub ist eine USB-over-IP-Softwarelösung, die USB- und COM-Ports über ein Netzwerk virtualisiert. Dadurch können virtuelle Maschinen (VMs) Geräte so nutzen, als wären sie physisch angeschlossen. Mit der Anwendung lässt sich ein am Server angeschlossenes Gerät sicher für einen Client freigeben – der gesamte Datenverkehr wird verschlüsselt. FlexiHub wählt automatisch den schnellsten Übertragungsweg, sei es eine direkte Verbindung, QUIC-NAT-Traversal, eine Weiterleitung über einen Tunnel-Server oder RDP. Teams teilen den Zugriff über sichere Login-Tokens, ganz ohne Passwörter.
Typische Einsatzszenarien:
• Administratoren nutzen FlexiHub, wenn sie eine zuverlässige Hyper-V-USB-Verbindung benötigen, um Geräte durchzureichen, die mit der RDP-Umleitung nicht unterstützt werden.
• FlexiHub bietet plattformübergreifende Betriebssystem-Unterstützung und eignet sich auch für Systeme ohne freie DDA-Controller.
• Teams können FlexiHub verwenden, um Dongles, Programmierwerkzeuge, Laborgeräte und weitere Geräte standortübergreifend zu nutzen.
Hauptzweck
FlexiHub ist eine ideale Lösung, wenn die USB-Umleitung über RDP oder ESM bestimmte Geräteklassen nicht unterstützt oder sich das Peripheriegerät an einem entfernten Standort befindet. Die auf dem Gast erstellten virtuellen USB-Ports ermöglichen es dem Betriebssystem der VM, das Gerät nativ zu erkennen und die passenden Treiber zu laden – genau wie bei einem lokal angeschlossenen Gerät. FlexiHub unterstützt Windows, Linux, macOS, Android und Raspberry Pi über LAN, VPN oder das Internet. Die Software zentralisiert die USB-Geräteverwaltung für Hyper-V-VMs und erlaubt Teams eine fein abgestufte Zugriffskontrolle.
Vorteile:
Nachteile:
Systemanforderungen
Voraussetzungen: Installieren Sie FlexiHub auf dem „Server“ (an dem das USB-Gerät physisch angeschlossen ist) sowie auf der VM („Client“). Melden Sie sich auf beiden Seiten mit denselben Zugangsdaten an.
A. Hyper-V-Host (USB-Gerät) → Gast-VM (Nutzer)
Nutzen Sie dieses Verfahren, wenn das USB-Gerät am Host angeschlossen ist und in einer oder mehreren VMs verwendet werden soll.

Performance-Tipp: Sie können eine direkte Verbindung aktivieren, indem Sie eingehend TCP-Port 5000 öffnen oder UPnP aktivieren. Alternativ wählt FlexiHub automatisch QUIC-, RDP- oder Tunnel-Verbindungen.
B. Workstation (USB-Gerät) → Hyper-V-VM über RDP/ESM
Verwenden Sie dieses Verfahren, wenn Sie bereits mstsc/ESM nutzen, das Gerät jedoch nicht nativ umgeleitet wird.
C. Remote-PC (USB-Gerät) ↔ Hyper-V-VM (über das Internet)
Diese Schritte sind geeignet, wenn Sie auf ein externes Gerät zugreifen möchten oder sich die VM hinter einer Firewall in einem Rechenzentrum oder in der Cloud befindet.
Hyper-V ist eine weit verbreitete Virtualisierungsplattform, bietet jedoch keine native Unterstützung für USB-Passthrough. Diese Einschränkung kann die Produktivität beeinträchtigen, da sich physische Geräte wie Drucker, Dongles oder Festplatten nur schwer mit virtuellen Maschinen verbinden lassen. In diesem Artikel wurden verschiedene Möglichkeiten zur Aktivierung von USB-Passthrough in Hyper-V vorgestellt – von nativen Funktionen über erweiterte Konfigurationen bis hin zu Drittanbieter-Lösungen.
Die vorgestellten Methoden reichen von einfachen Gerätemanagement-Lösungen bis hin zu erweiterten Funktionen für spezialisierte Hardware. Anwender sollten ihre Anforderungen sorgfältig prüfen und die passende Lösung auswählen.